12. Koblenzer HörDialog

 

Am 25.09.2012 fand der diesjährige Koblenzer HörDialog statt.

 

Die Veranstaltung begann pünktlich um 18:00 Uhr. Robert Schmitz eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort an die rund 110 Besucher. Ein besonderer Dank ging an die Stadtverwaltung Koblenz, die es ermöglichte, dass der „Historische Rathaussaal“ zur Verfügung gestellt wurde. Ursprünglich war die noch nicht eröffnete Rhein-Mosel-Halle als Veranstaltungsort vorgesehen.

 

Erster Referent war der in Koblenz niedergelassene HNO-Arzt Dr. Elmar Spyra, der mit einem sehr informativen und kurzweiligen Vortrag erklärte, wie das Hören funktioniert und warum es so wichtig ist, dass das Gehör erhalten und trainiert werden sollte. Als einer der größten Gründe wurde der Erhalt der sozial Kontakte genannt. Viele Menschen die von einer Hörbeeinträchtigung betroffen sind, ziehen sich immer mehr zurück und meiden größere Personengruppen und Veranstaltungen. Um dieses zu vermeiden, ist eine möglichst frühzeitige Hörversorgung wichtig.

 

Nach dem medizinischen Vortag ging es über zu einem technischen Vortrag. Fr. Annika Vahrenkamp ist Produkttrainerin beim Hersteller Widex aus Stuttgart. Sie erläuterte die Funktionsweise von modernen Hörsystemen (Widex Clear 440) und was diese alles leisten. Es kam deutlich zum Ausdruck, dass Hörsysteme kleine Computer mit großer Rechenleistung sind. Sie vertiefte den „binauralen“-Abgleich der Geräte (Kommunikation der Hörsysteme untereinander) und ging auch ausführlich auf das Zubehör ein, die es ermöglichen aus einem Hörsystem ein Multimediasystem zu machen. Der Anschluss von Stereo-Anlage, Handy, Telefon, Fernsehen, I-Pod und Co sind mit dem entsprechenden Empfänger ein leichtes und für den Träger eine komfortable und bequeme Lösung.

 

Der dritte Vortrag wurde von Hr. Robert Schmitz vom Hörstudio S gehalten. Er ging auf den handwerklichen Part einer Hörversorgung ein. Er zeigte anhand einiger Beispiele, warum es für den Kunden sinnvoll ist, ein individualisiertes Ohrstück für den Gehörgang fertigen zu lassen und zu tragen. Darüber hinaus ging er auch auf die Anfertigung solcher individualisierten Ohrstücke (Otoplastiken) ein und zeigte die hauseigenen Labore im Hauptgeschäft am Bahnhofplatz und in der Filiale in Moselweiß, Koblenzerstr. 236. Aber nicht nur Ohrstücke werden für den Kunden individualisiert, sondern auch die Einstellung eines Hörsystems, denn erst die Anpaßpräzision macht den Unterschied.

 

Als absolutes Highlight kam Fr. Prof. Dr. Angelika Braun von der Universität Trier zu Wort. Der „12. Koblenzer HörDialog“ stand unter dem Motto „Hören im Auftrag der Justiz“. In einem äußerst spannenden Vortrag, erklärte Fr. Prof. Braun, welche Aufgabengebiete ein „forensischer Phonetiker“ hat und wie vielfältig doch die deutsche Sprache sein kann und auch die Sprechweisen (Atmung beim Sprechen, Betonung, Lispeln, verwendeter Satzaufbau verschiedener Sprecher. Mit beeindruckenden Klangbeispielen erläuterte sie ebenfalls, wie man anhand von Tonaufnahmen Erpressern auf die Schliche kommt, oder bei Tankstellenüberfällen der Polizei wichtige Hinweise geben kann.

 

Nach den Vorträgen nutzten viele Besucher die Möglichkeit bei einem Glas Wein, dass ein oder andere Thema zu vertiefen.

 

 

Begrüssung durch Robert Schmitz

Dr. Elmar Spyra HörDialog 2012

Rathaus Koblenz

Prof. Dr. Angelika Braun