13. Koblenzer HörDialog

 

 

13. Koblenzer HörDialog

„Besser Hören - mehr Lebensfreude- weniger Demenz?“

 

Zu diesem sehr anspruchsvollen Vortragsabend konnten sich die Besucher über hochkarätige Referenten und äußerst wertvollen Informationen um die Hörverbesserung und deren positiven Folgen freuen.

 

Den Auftakt machte Peter Dieler, Audiotherapeut, Konfliktmanager sowie Systemischer Coach. In seinem lebendigen Vortrag: “Hörgeräte?- Nein, danke! Wenn die anderen nur nicht so nuscheln würden.“ stellte er die Vorteile des guten Hörens und die Nachteile einer nicht versorgten Hörminderung dar. Nicht der durch Hörsysteme vermittelte neue Höreindruck sei unnormal, sondern der bisherige durch Schwerhörigkeit geprägte Eindruck sei die nicht normale Hörwahrnehmung. Wer sein Hörgerät z.B. im Wald einmal auschalte, der könne den tatsächlichen Verlust des Hörens feststellen. Gutes Hören verursache weniger Stress und die versorgten Menschen seien dadurch locker und glücklich. Schlechtes Hören wird von jedem Gesprächs- und Sozialpartner erkannt und führe meistens in Ausgrenzung und Isolation.

Peter Dieler

 

Im Anschluss referierte der HörAkustikerMeister und PädAkustiker Robert Schmitz zum Thema: „Bestes Hören, komfortabel, diskret und wunderschön“. In seinem Vortrag ging Robert Schmitz auf die vielfältigen modernen Versorgungsmöglichkeiten, sowohl in kosmetischer als auch technischer Varianten ein. Auch über die neuen, höheren Festbeträge der gesetzlichen Krankenkasse berichtete er. Die Versicherten erhalten aufwendigere Hörgeräte die eine bestmögliche Versorgung zum „Nulltarif“ gewährleisten. Der Nulltarif sei entgegen so mancher Fernsehwerbung diverser Filialisten nicht deren Erfindung, sondern bei jedem HörAkustiker, aufgrund bestehender Versorgungsverträge, eine Selbstverständlichkeit. Weiter führte Schmitz aus, dass eine bestmögliche Hörversorgung noch nicht mit einer bestmöglichen kosmetischen oder maximalem Hörkomfort einhergehe. Er zeigte anhand vieler Beispiele was moderne Hörsysteme im Mittelklasse und im High-Endbereich alles zu leisten vermögen. So mancher Teilnehmer war geradezu verblüfft von den mannigfaltigen, individuell auszuwählenden Varianten.

 Robert Schmitz

„Hörstörung und Demenz, zwei Seiten der selben Medaille?“ Zu diesem realtiv neuen Thema im Bereich der Hörakustik referierte Prof. Dr. Stefan Teipel. Er ist Professor für klinisch-experimentelle Psychiatrie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Rostock. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die klinische Forschung bei neurodegenerativen Demenzerkrankungen, ein besonderer Schwerpukt liegt auf der Entwicklung und Evaluation von Neuroimaging-Verfahren. Er stellte in seinem Vortrag die verschiedenen Arten und Verläufe der Demenzerkrankung vor. Er zeigte die Risikofaktoren die zu einer Demenzerkrankung führen auf, zu denen zählt auch eine unversorgte Schwerhörigkeit. Aber ebenso deutlich konnte er an verschiedenen Personen darstellen, dass die Versorgung mit Hörgeräten den Betroffenen eine verbesserte und selbstgestalteten Lebensführung ermöglicht. Die positive Auswirkung einer Hörgeräteversorgung sei ebenso belegt, wie die gesunden Eigenschaften der mediteranen Kost. Beachtlich war das statistische Material, welches er von anonym randomisierten Versichertendaten einer AOK vorlegte und erläuterte.

Prof. Dr. Teipel

 

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Prof. Dr. Jan Maurer. Er ist ärztlicher Direktor des Kath. Klinikums Koblenz-Montabaur und Chefarzt der HNO-Klinik. Einer seiner Schwerpunkte ist die spezielle Versorgung mit Hörimplantaten und daher lag es auf der Hand, dass er in seinem Referat: „Die positive (Neben-)Wirkungen von Cochlear Implant (CI), implantierbare HörSysteme und weiteren hörverbessernden Operationen - Erfahrungen aus der Klinik“ besonders auf die Möglichkeiten der Hörverbesserung einging. Anhand von Beispielen zeigt er jeweils die Indikationen für einen hörverbessernden Eingriff auf. Die Versorgung mit einem Cochlear Implantat, einem teilimplantierbaren Hörgerät hänge sehr stark von der Resthörigkeit, der Funktionalität akustischer Hörbahnen im Gehirn, oder von besonderen beruflichen bzw. sonstigen individuellen Situationen der Betroffenen ab. Hier ist eine eingehende Beratung des Betroffenen üder die zu erzielenden Vorteile, aber auch über die bestehenden Risiken, eine absolute Notwendigkeit. Auch Prof. Maurer führte aus, dass eine Hörgeräteversorgung so früh wie möglich durchgeführt werden solle. Dies aus Gründen einer Vermeidung von Isolationen und Vereinsamung. Auch er konnte berichten, dass sich ein Ausgleich einer starken Hörminderung (Einsatz von Cochlear-Implant und Gehörverbessernder OP) positiv auf eine bestehende Demenz auswirkte.

Prof. Dr. Maurer

Im Anschluss an die Vorträge haben viele Besucher einen persönlichen Dialog mit den Referenten und unserem Hörteam geführt.

13.Koblenzer HörDialog

Wir freuen uns schon heute Ihnen im Rahmen des 14. Koblenzer HörDialoges wieder ein interessantes Thema vorstellen zu können.